„Aus der Geschichte lernen“ – Schülerinnen und Schüler des KANT besuchen Bergen-Belsen

Vom 02.03.-04.03.16 nahmen wieder 31 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Immanuel Kant Gymnasiums am Workshop „Aus der Geschichte lernen“ teil, der vom Franz-Hitze Haus in Kooperation mit der Villa ten Hompel durchgeführt wurde. Durch Rollenspiele, Schattentheater, Filme und eine Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinander, wie die NS-Zeit bis heute nachwirkt. Dabei kamen die Schülerinnen und Schüler schnell zu dem Schluss, dass Diskriminierung auch heute noch wie eine Lawine wirken kann und dass auch die aktuelle Debatte um die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen nur vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte geführt werden kann. Am Schluss waren sich die Schülerinnen und Schüler einig: im Workshop wurde auf motivierende Weise viel aus der Geschichte gelernt!

Foto Bergen-Belsen

Hier folgt der Bericht von Flavia Ribbert aus der 9k2:

Bericht- Bergen Belsen

In Verbindung mit dem Geschichtsseminar, welches die Neuntklässler freiwillig besuchen konnten, besuchten wir  in Form eines Tagesausfluges das ehemalige KZ Bergen Belsen. Hier wurden wir von den Teamern des Seminars herumgeführt und über die ehemaligen Geschehnisse unterrichtet.

Das KZ liegt abseits des kleinen Dorfes Bergen. Hier wurden zu Zeiten des NS Regimes die verfolgten Gruppen eingesperrt und Kriegsgefangene als Druckmittel festgehalten. Die Nationalsozialisten hofften, diese Gruppe von Häftlingen gegen deutsche Gefangene austauschen zu können. Vergast wurde in dem Lager, sowie in allen deutschen KZs, nicht. Jedoch brachen oft Seuchen wie beispielsweise Typhus aus. Das KZ ist außerdem dafür bekannt, dass es die Todesstätte von Anne Frank und ihrer Schwester Margot ist.

All diese Informationen erfuhren wir durch die Rundführung. Zuvor wurden wir aber in einer vor dem KZ liegenden Halle empfangen, wo uns Videos gezeigt wurden, welche die Alliierten aufgenommen hatten, als sie das KZ übernommen hatten. Die Videos zeigen die ausgehungerten und misshandelten Häftlinge, Leichenberge, Massengräber und erste Strafmaßnamen für die SS Leute, die von den Amerikanern ergriffen wurden. Die Bilder, die wir zu sehen bekamen, waren schockierend und belastend. Trotz der furchtbaren Wirkung halte ich diese Videos für sehr sehenswert. Ich für meinen Teil konnte mir somit die Geschehnisse viel besser vorstellen, denn da das Gelände zu einem Großteil aus Wiesen besteht, konnte man sich ohne das Vorwissen kaum vorstellen, welche furchtbaren Ereignisse hier einmal stattgefunden hatten.

Nach den Videos teilten wir uns selbstständig in Gruppen unserer Wahl ein und jede Gruppe wurde einem Teamer zugeteilt. Diese führten uns nun über das Gelände und beantworteten unsere Fragen. Überall auf dem Gelände sahen wir Hügel, unter denen die Massengräber lagen. Im hinteren Teil des Lagers trafen wir außerdem auf eine Fläche, auf die Verbliebene ihren Angehörigen Grabsteine gestellt hatten. Hier stand auch für Anne und Margot Frank ein Gedenkstein.

Nahe an diesem “Friedhof“ stand das “Haus der Stille“, wo die Besucher der Gedenkstätte ihre Trauer bekunden konnten. Auch wir konnten dort Kerzen anzünden und der Opfern gedenken. Zudem gab es einen großen Gedenkplatz, auf den Vertreter vieler Länder Sätze zum Gedenken an ihre Staatsangehörigen in eine Steinmauer gemeißelt hatten. An diesem Ort werden auch zu Jahrestagen Gedenkzeremonien abgehalten.

Nachdem wir in Ruhe das Gelände besichtigen konnten, hatten wir die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen, welche sich in einem neueren Gebäude nahe des Eingangs befand. In dieser Ausstellung konnten wir uns Erlebnisberichte anhören, uns Mitarbeiterakten, Uniformen und Ähnliches ansehen, weitere Videos sehen und andere sehr interessante Dinge, wie beispielsweise Berichte etc. ansehen. Die Ausstellung gehörte in meinen Augen zu den interessantesten Aspekten des Ausflugs.

Zusammenfassend finde ich, dass Bergen Belsen für geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler ein extrem spannender und interessanter Ort ist, der uns noch lange daran erinnern sollte und wird, welche schrecklichen Vorgänge sich in der deutschen Geschichte zugetragen haben. Er ist ein Zeichen dafür, welches Ausmaß Hass annehmen kann und dass sich solche Geschehnisse niemals wiederholen dürfen.

Flavia Ribbert


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