Den Blick in die Sterne festhalten – Astro-AG des KANT belegt Astrofotografieworkshop

Es ist Samstagabend, kurz nach halb neun. Der Himmel über dem Bergischen Land ist klar und dunkel, es ist kalt, etwa minus zwei Grad. Während sich andere Jugendliche um diese Zeit langsam auf das vorbereiten, was so ein Samstagabend bereithält, blicken Louisa, Emma und Joana gespannt auf einen Computer-Monitor. Ihre Gesichter sind in dicke Schals gehüllt.

Sie befinden sich auf dem Dach eines Wuppertaler Gymnasiums an einer „Beobachtungsinsel“ und haben ein großes Teleskop, einen 11-Zöller -Spiegel, wie die Astronomen sagen, auf den Jupiter ausgerichtet. Der Blick durch das Okular auf die dunklen Wolkenbänder des größten Planeten unseres Sonnensystems hat die drei für kurze Zeit sprachlos gemacht. So haben sie Jupiter live noch nie gesehen.

Schon früh am Morgen haben sich die insgesamt elf Schülerinnen und Schülern der Astronomie-AG vom KANT aus Münster aufgemacht, um in Wuppertal zu lernen, wie man Himmelskörper im Bild festhält. Hier, in einem der ganz wenigen Astronomie-Schülerlabore in Deutschland, gibt es dazu optimale Bedingungen. Sechs Beobachtungsinseln sind professionell und identisch mit allem ausgestattet, was man für die Beobachtung, Astrofotografie oder Himmelserforschung wie z. B. Spektroskopie, braucht.

Der Workshop findet exklusiv für die KANT-Schüler statt und wird von Bernd Koch geleitet, der selbst Astrofotograf ist und eine Bildagentur für Astrobilder (www.astrofoto.de) betreibt. Zunächst haben am Vormittag alle gelernt, mit welchen Kameras und Techniken Bilder in der Astronomie aufgenommen werden. Schnappschüsse gibt es in der Astronomie nicht. Belichtungszeit und Bildverstärkung müssen genau auf das Objekt abgestimmt werden. In der Astronomie wird ein Objekt bis zu hunderte und tausende Male fotografiert. Alle Bilder werden dann mit einer Software exakt überlagert. „Auf diese Weise wird das Bildrauschen im schwarzen Hintergrund verringert und die Konturen auf dem Planeten werden verstärkt“, erklärt Dane. „Stacking nennt man das“, fügt Jan hinzu, der an Beobachtungsinsel 6 mit Dane arbeitet. Rebecca und Inga sind dabei, Jupiter auf dem Computer-Monitor scharfzustellen und die optimale Belichtungszeit zu wählen. „Das haben wir bereits am Nachmittag mit der Sonne geübt“, erzählt Rebecca. Die schweren Teleskope werden natürlich nicht wie zu Hause von Hand bewegt, sondern mit hochpräzisen Steuermotoren. „So macht Astronomie richtig Spaß“, findet Simon. Er ist zusammen mit Stefan und Thorsten als Ehemaliger dabei. Die drei haben im letzten Jahr Abitur gemacht, schauen aber immer mal wieder gern bei der Astro-AG vorbei. „Wahnsinn, dass heute das Wetter so gut mitspielt!“ – Thorsten ist begeistert.

Roman hat sich gerade einen heißen Tee geholt, denn mit zunehmender Nacht wird es ganz schön kalt. Um kurz nach halb zwölf haben alle genug Material auf der Festplatte, das daheim nachbearbeitet werden muss. Nach dem Abbau treten die neuen Astro-Fotografen ihre Heimfahrt nach Münster an –nicht ohne ein letztes Foto zu schießen: Nun aber von sich selbst. Ein ganz herzliches Dankeschön gilt dem Förderverin des KANT, der die Fahrt finanziell großzügig unterstützt hat.

 

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