Da guckst du!

Bau von Entfernungsmessern im Physikunterricht der Klasse 7

In einigen 7. Klassen wurde im 2. Halbjahr des Schuljahres 2010/11 im Physikunterricht zum Thema Optik von allen Schülerinnen und Schülern ein Apparat aus zwei Pappröhren gebaut, der zunächst als variable Lochkamera eingesetzt, dann aber mit einer Linse zu einem Entfernungsmesser umgebaut wurde. Er funktioniert ähnlich wie der manuelle Fokus einer Spiegelreflexkamera und fand immer wieder im Laufe des Schuljahres in Schülerexperimenten Verwendung. Beispielsweise konnte jeder mit seinem Entfernungsmesser herausfinden, dass sich das Spiegelbild hinter dem Spiegel befindet oder dass das Bild einer Münze, die man durch Wasser hindurch betrachtet, messbar angehoben ist. Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß beim Bauen und Experimentieren – viele malten ihren Entfernungsmesser sogar bunt an oder verzierten ihn mit Mustern.

Die Entfernungsmesser haben jedoch nicht nur den Unterricht methodisch bereichert. Vielmehr ist ihr Einsatz didaktisch günstig, wie Münchner Unterrichtsforscher herausgefunden haben. Sie haben in den 90er Jahren im Rahmen einer großen Studie Lernschwierigkeiten von Schülern im Bereich der Optik diagnostiziert und daraufhin ein Unterrichtskonzept entwickelt und erfolgreich erprobt. Der Entfernungsmesser nimmt darin eine wichtige Rolle ein, weil Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Entstehungsorte von Bilden nicht nur auf dem Blatt konstruieren, sondern mit dem Entfernungsmesser selbst finden und so buchstäblich begreifen können. Und Spaß hat das (vielen) offenbar auch gemacht!

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Bau der Pappröhren für die Lochkamera

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Bau der Pappröhren für die Lochkamera

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Das Loch wird ausgestanzt

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Die Lochkamera wird mit einer Linse zum Entfernungsmesser umgebaut und geeicht.

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Eichung der Entfernungsmesser an Stationen

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Bestimmung der minimalen Bildweite der Linse (als Brennweite)

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