Im Blick zurück: Die Berlinfahrt der EF – Ein Schülerbericht

Am Montag, den 12.09.2016, war es endlich soweit: Der 10. Jahrgang des Immanuel-Kant Gymnasiums traf sich bereits um 6:oo Uhr in der Frühe, um zusammen mit sechs Lehrern in drei Bussen die lange Fahrt nach Berlin anzutreten.

Diese Frühe musste sein, da wir erst nach ziemlich genau acht Stunden mit den Bussen vor dem Hotel in Berlin-Prenzlauer Berg standen.  Nachdem eine kurze Zeit zum Belegen der Zimmer vergangen war, traf man sich auch schon, um die nur drei Stationen bis zum Alexanderplatz mit der Metro zu fahren. Hier war nun jeder auf sich gestellt, was viele auch nutzten, um sich von der langen Fahrt zu erholen. Andere bevorzugten es, direkt zum Brandenburger Tor oder einfach in die vielen Läden am  Alexanderplatz zu gehen.

Um 18:00 Uhr ging es dann auf gleichem Wege wieder zurück ins Hotel, wo es dann um 19:00 Uhr Abendessen gab. Danach oder am kommenden Morgen haben sich die Meisten mit Getränken oder Proviant eingedeckt, schließlich war uns durchaus bewusst, dass für Dienstag und Mittwoch Hitzewarnungen für die Hauptstadt herausgegeben wurden.

Und trotzdem gab es keine Veränderungsmöglichkeiten beim Programm, sodass wir am Dienstag unseren ersten Tagesausflug vor uns hatten: Um 9:00 Uhr trafen sich alle, um in verschiedenen Verkehrsmitteln den zweistündigen Weg nach Berlin-Oranienburg anzutreten. Dort teilten wir uns dann in unsere Englischkurse auf und wurden so durch das ehemalige Arbeits- und Konzentrationslager Sachsenhausen geführt, welches heute ein Museum und eine Gedenkstätte beherbergt. Trotz mehr oder weniger interessanten Führungen verhielten sich alle Schüler sehr diszipliniert und machten auch bei über 30 Grad Celsius im Schatten keine Probleme, sich an diesem Ort angemessen zu verhalten.

Insgesamt war es vor allem deshalb sehr beeindruckend, weil viele der damaligen Gebäude noch stehen und man sich aus diesem Grund ein sehr gutes Bild über die damaligen Lebensbedingungen machen konnte. Um 16:00 Uhr ging es mit der gleichen Fahrtlänge zum Hotel zurück, wo es eine halbe Stunde darauf Abendessen gab.

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Am Mittwoch wurden wir nach der Stufenliste in zwei Gruppen gespalten, welche die Tagesprogrammpunkte in der jeweils umgekehrten Reihenfolge absolvierten.

Einer dieser Punkte war der Besuch im ehemaligen Zentralgefängnis der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Hohenschönhausen. Wir wurden größtenteils von ehemaligen Gefangenen herumgeführt, was die Erzählungen verständlicherweise deutlich authentischer machte, es fiel einem sehr viel einfacher, sich das System in den Stasi-Gefängnissen vorzustellen.

Der zweite Programmpunkt an diesem Tag war die Mauergedenkstätte Bernauer Straße. Ebenso wie in Hohenschönhausen wurde hier die Denkweise der DDR für uns sehr deutlich erlebbar. Uns wurde erklärt, wie dreist man die Mauer direkt vor die Haustüren einzelner Leute zog und aus welchen verschiedenen Gründen die Menschen am Todesstreifen um die Mauer ums Leben gekommen sind. Uns wurden allerdings auch Beispiele genannt, die die Flucht in die Bundesrepublik erfolgreich abschließen konnten.

Besonders beeindruckend war eine Nachkonstruktion des Todesstreifen mit Mauer und Wachturm, welche man durch einen kleinen Spalt betrachten konnte.

Nachdem beide Gruppen diese Programmpunkte abgeschlossen hatten, gab es bis 18:00 Uhr wieder Freizeit, bevor sich alle wieder im Hotel trafen, um die öffentlichen Verkehrsmittel bis zum GRIPS-Theater zu benutzen. Der Besuch des Stückes `Linie 1`, welches schon im Jahr 1990 uraufgeführt worden war, war eine nette Abwechslung zu den vielen geschichtlichen und politischen Programmpunkten unsere Reise. In diesem Stück geht es um ein Mädchen, welches im Jahr 1986 in Westberlin ihren Liebhaber sucht und dabei etliche Stationen des Lebens und Lebenseinstellungen von anderen Menschen mit auf den Weg bekommt.

Wir kamen erst nach Mitternacht wieder im Hotel an, so das es gut war, dass der Donnerstagmorgen nur aus Freizeit bestand. Diese wurde komplett unterschiedlich genutzt, doch die meisten gingen shoppen oder zumindest noch Souvenirs kaufen.

Um 15:00 Uhr trafen sich dann fast alle aus der Stufe vor dem Gebäude des Deutschen Bundesparlaments, dem Reichstag. Nach einer sehr aufwendigen Sicherheitskontrolle, die teilweise an eine Kontrolle am Flughafen erinnerte, begann um 16:00 Uhr das dortige Programm. Dieses war ein Vortrag auf den Besucherbänken im Plenarsaal über die Arbeit des deutschen Parlaments und das Gebäude an sich. Nach Beendigung dieses Vortrags ging es dann mit der ganzen Gruppe auf die Dachterrasse des Reichstags. Die meisten von uns gingen sofort die spiralförmigen Gänge in der Kuppel herauf und herunter, bevor sich auf der Dachterrasse bei netten Gesprächen weiter Berlin angeschaut wurde.

Eine deutlich kleinere Gruppe war zeitgleich in der Ausstellung `Story of Berlin`. Dies ist ein Museum, welches auf mehreren tausend Quadratmetern das Leben der Bevölkerung Berlins in 800 Jahren Stadtgeschichte in verschiedenen multimedialen Themenräumen erfahrbar macht. Der Höhepunkt dieser Ausstellung war für die Gruppe zweifelsohne ein original Atomschutzbunker, der auch heute noch soweit intakte wäre, um mehr als dreieinhalbtausend Menschen zu schützen.

Nachdem man keine Lust mehr auf die Dachterrasse des Reichstags hatte beziehungsweise mit dem Gang durch die Ausstellung fertig war, gab es noch einmal eine Freizeit. Natürlich wurde auch diese Freizeit sehr unterschiedlich genutzt, aber ein sehr großer Teil unserer Stufe entschied sich dazu, in das `Jump House` zu gehen. Dies ist die deutschlandweit größte Trampolinhalle, was bedeutet, dass dort mehr als viertausend Quadratmeter dem Trampolin gewidmet sind.

Am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass unsere Zeit in Berlin leider schon vergangen war. Um 9:30 Uhr holten uns die Busse wieder ab und brachten uns nach Münster, wo wir zwischen 17:45 Uhr und 18:00 Uhr wieder an der Schule ankamen. Und es war eigentlich die erste Zeit, wo wir unsere Fahrt einmal reflektieren konnten:

Diese Fahrt hatte zwar eine hohe Rate an neuen Informationen, trotzdem war das Programm sehr gut aufgeteilt gewesen. Dazu wurde das eigentliche Grundziel dieser Fahrt ebenfalls erreicht: Wir können nun zu den durchaus schon häufig lang bekannten Gesichtern auch den Charakter zuordnen und konnten uns zu jedem eine eigene Meinung machen, die fast immer sehr gut ausfällt. Es war also eine gut organisierte und, viel wichtiger, eine schöne und zweckerfüllende Studienfahrt gewesen.

Von: Tom Reichelt, Jahrgangsstufe EF


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