KANT Schülerin Carlotta Heinz (EF) grüßt vom „Klassenzimmer unter Segeln“

Ein halbes Jahr auf einem Segelschiff zu leben ist für viele unvorstellbar. Ich, Carlotta Heinz, Schülerin der EF, verbringe momentan ein halbes Jahr auf dem Toppsegelschoner Thor Heyerdahl mit 33 anderen Jugendlichen und 14 Crewmitgliedern. Das Projekt Klassenzimmer unter Segeln (KUS) ist ein Forschungsvorhaben der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und wird durch das Institut für Erziehungswissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Eberle wissenschaftlich begleitet.

Bevor ich in den Herbstferien als KUSi losgefahren bin, sind mir in der Schule viele Fragen gestellt worden, ob ich Unterricht habe, wo ich schlafe, wo ich hinfahre und vieles weitere. Momentan befinden wir uns seit Samstag (5.11.) auf Teneriffa und am Sonntag (13.11.) setzen wir unsere Reise über den Atlantik zunächst nach Grenada, dann mit längeren Landaufenthalten nach Panama und Kuba fort. Im Februar treten wir dann in Kuba startend den Rückweg über die Bermudas und die Azoren nach Kiel an. Start war am 15.10. nach ein paar Tagen Werftzeit zum Aufklaren und Verproviantieren in Kiel. Seitdem haben wir in Falmouth in England und in Porto Santo bei Madeira gehalten.

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Ein normaler Bordalltag sieht bei uns so aus: Wir sind in 4 unterschiedliche Wachen eingeteilt, um das Schiff zu fahren. Bislang bin ich in Wache 4 täglich von 8.00h bis 11.00h und muss dort steuern, kontrollieren, dass es nicht brennt, und darauf achten, dass uns keine Schiffe entgegen kommen. Diese unterschiedlichen Aufgaben werden an alle Wachmitglieder verteilt. Danach putzen wir täglich eine Stunde lang das Schiff und direkt danach gibt es Mittagessen. Bis ca. 16 Uhr haben wir Freizeit und diese können wir auf unterschiedlichste Art und Weise nutzen. Man kann z.B. einfach schlafen gehen, weil man eigentlich grundsätzlich müde ist. Manchmal muss man aber auch z.B. ein Referat, das auf die Reise abgestimmt ist, vorbereiten. Durch diese Referate erfährt man viel mehr über unsere Aufenthaltsorte und diese sind ein wichtiger Teil des Unterrichts im KUS-Projekt. Bis Teneriffa hatten wir dann in der verbleibenden Zeit bis zum Abendessen Unterricht zum Thema nautische Inhalte. Dort lernten wir mehr darüber, wie wir das Schiff genau fahren müssen, wie navigiert wird, wie die ganzen Leinen und Segel an Bord heißen usw.. Abends hatte ich dann nochmal drei Stunden Wache von 20.00h bis 23.00h. So sieht ein normaler Tag auf der Thor aus. Alle paar Tage hat man Backschaft und muss mit KUSis aus anderen Wachgruppen einen Tag für das leibliche Wohl an Bord sorgen. Untergebracht sind wir in 4er oder 6er Kabinen, in denen die eigene Koje eigentlich der einzige Platz Privatsphäre darstellt. Nach Teneriffa startet der normale Schulunterricht. Das heißt, dass wir jeden zweiten Tag Unterricht und den anderen Tag Wache haben. Fünf Lehrer sind mit an Bord, so dass ich eigentlich in den gleichen Fächern wie auf dem Kant unterrichtet werde. Bei den Landaufenthalten steigen wir auf Vulkane wie z.B. heute und morgen auf den Teide (höchster Berg Spaniens mit 3718m), wohnen in Gastfamilien oder besichtigen die Länder auf eigene Faust. Über Kuba werden wir eine 300km lange Radtour machen. Generell ist KUS eine Reise um die halbe Welt, bei der man sehr viel lernen kann. Ich freue mich sehr, dieses Jahr beim KUS dabei sein und hier unsere Schule vertreten zu dürfen.

Sonnige Grüße ans KANT aus Teneriffa von

Carlotta Heinz

P.S.: Die KUS-Reise kann im Internet über http://kus-projekt.de/blog-201617/ verfolgt werden.


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