Von Walgesängen und Zaubereien aus dem Küchenschrank – KANT Schüler präsentieren Expertenarbeiten an der WWU

Wie immer drängten sich die Flohmarktbesucher am frühen Samstagmorgen (18. Juni 2016) zahlreich an der Promenade vor dem Schloss vorbei. Diesmal zeigte sich jedoch das gleiche Bild auch im Schloss, in dem die 14. Expertentagung der Westfälischen Wilhelms-Universität stattfand.

Dort startete der Tag für eine Schülergruppe der 5. Klassen des KANT Gymnasiums aufregend. Gemeinsam mit ihrer Projektleiterin Barbara Hack und zwei Mentoren von der Universität Münster, der ehemaligen Kantianerin Kathrin Snell und ihrem Kollegen Robin Schäfer, trafen sie sich im Schloss, um die Ergebnisse des diesjährigen Forder-Förder-Projektes, ein Kooperationsprojekt mit dem Internationalen Centrum für Begabungsforschung, vor ihren Familien, Freunden und Verwanden vorzutragen.

Bereits im Foyer des Schlosses herrschte reges Treiben: Neun beteiligte Schulen hatten ihre Arbeitsergebnisse in Form von Postern und gebundenen Expertenarbeiten ausgestellt. Neugierig und fasziniert wurden die eigenen Arbeiten, aber auch die der anderen Schulen begutachtet. Bewundernd wurde die eine oder andere Arbeit durchgeblättert. Was heißt „Theodizee“ fragte ein 5.-Klässler irritiert. An anderer Stelle hörte man „Cool – StarWars… !“.

Der große Andrang bei der Eröffnungsveranstaltung beeindruckte alle. Es waren so viele Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde und Verwandte, Schulleiter, Lehrer und Dezernenten der Bezirksregierung erschienen, dass sich weit mehr Interessierte in der feierlichen Aula fanden, als es Sitzplätze gab.

Seit Februar hatten die Schüler ihren normalen Unterricht für zwei Stunden verlassen, um über ihr Thema zu forschen, Literaturrecherche bei einem Besuch in der Stadtbücherei zu üben und erste Formen wissenschaftlichen Arbeitens kennen zu lernen. So konnten alle am Samstag eine erste gebundene Expertenarbeit entgegennehmen. Für die Expertentagung im Schloss hatte jeder von ihnen eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet, um einen Auszug aus der eigenen Arbeit publikumswirksam zu präsentieren.

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Nach der anfänglichen Aufregung trugen die sechs 10 bis 12 jährigen Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten sicher vor. Gebannt verfolgte das Publikum wie souverän Lilly Wegener (5a) in einem Experiment vorführte, wie man mit Hilfe von Backpulver einen Luftballon aufblasen kann. Sie hatte sich mit dem Thema „Zauber aus dem Küchenschrank – Chemie beim Backen“ befasst. Ihr Mitschüler Jan Hidding (5b) hatte seine Begeisterung für fremde Galaxien zum Thema seiner Arbeit gemacht  und sich mit der „Faszination Star Wars“ auseinandergesetzt. Immer wieder drängten sich Jungen vor sein Poster und bestaunten die Bilder und Informationen zum Thema. Ole Westhoff (5a) hatte sich in die Geschichte von Belagerungstürmen vertieft und präsentierte diese sachkundig. „Ich lese sehr gerne und finde solche Arbeiten spannend“, berichtete er. Nele Lammersmann (5a) zeigte ihr Wissen über das Kommunikations- und Spielverhalten von Walen. Begeistert präsentierte sie den Zuhörern unterschiedliche Walgesänge und erzählte, dass die sanften Riesen auch mal zusammen Fangen spielten. Dabei endete sie mit dem Denkanstoß, ob nicht anstelle von Orcas vielmehr der Mensch der „Killer der Meere“ sei. Auch Carla Wiewel (5a) hatte ihr Lieblingsthema zum Arbeitstitel gemacht. „Schokolade macht glücklich – aber alle?“ hieß es entsprechend zu Beginn ihres spannenden Vortrags. Dabei zog sie das Publikum mit ihrem Wissen über Kinderarbeit bei der Schokoladenproduktion und den vielfach verheerenden Lebens- und Arbeitsbedingungen solcher „Kindersklaven“ in den Bann, bevor sie den Genuss von Fairtrade Schokolade empfahl. Äußerst souverän und völlig frei berichtete auch Daniel Brenda (5b) über sein Thema „Phönix – der Vogel aus der Asche“. Seine Arbeit war es auch, die nach Ende der Veranstaltung den Abbau verzögerte. So stand eine 7.-Klässlerin vom Annette-Gymnasium mit der Expertenarbeit im Foyer und fragte „Darf ich die bitte erst noch zu Ende lesen?“ Ein größeres Kompliment kann es für die jungen Forscher kaum geben.

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Ein Highlight der Veranstaltung war neben den vielen gelungenen Vorträgen der Auftritt des Skaterpapstes Titus Dittmann, der die Jugendlichen mitriss und ermunterte im Leben das zu verfolgen, was sie begeistere, und sich nicht von Einwänden anderer abschrecken zu lassen.

 


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