„Wer war’s?“ Diese klassische Krimi-Frage stand im Mittelpunkt einer spannenden Aufführung des Literaturkurses der Q1 von Bettina Bothe am 1. Juli 2026. Die stilsichere Kostümierung des Ensembles entführte die Zuschauerinnen und Zuschauer direkt in die elegante Welt eines amerikanischen Grandhotels der 1960er-Jahre. Hotelgründer Henry (Nikodem Müller) hatte eine illustre Auswahl von Gästen zur Eröffnungsfeier eingeladen, von denen eine den Abend nicht überleben sollte: Die hochgewachsene Blondine Monique (Milan Möhle), eine junge Schauspielerin, wurde tot aufgefunden. In bester Krimitradition erschienen alle anderen Charaktere auf irgendeine Weise verdächtig, so dass das Publikum aktiv miträtseln konnte:
Welches dunkle Geheimnis verbindet Gastgeber Henri mit dem Mordopfer und lässt seine Gattin Dora (Evelyn Spak) schon bei Nennung von Moniques Namen an die Decke gehen? Wie verzweifelt ist Doras Freundin Olivia (Vivien Kostorz) wirklich angesichts ihrer Geldsorgen? Bringt eine Affäre mit Monique die politische Karriere des smarten Jack O’Connor (Amir Mohammadi) zum Einsturz, wo sich seine Frau Madeleine (Finja Middrup) doch schon als künftige First Lady im Weißen Haus sieht? Geht Madeleines ebenso erfolgreiche wie abgebrühte Schwester Brigitte (Milana Herner) buchstäblich über Leichen? Und welches Spiel spielen eigentlich Moniques undurchsichtiger Manager Theodor (Linus Armbruster) und der mit ihm befreundete französische Arzt Gustave (Yannick Scheidt), der so freigiebig mit hochdosierten Beruhigungsmitteln ist?
Die beiden Moderatorinnen Sabela Weduwen und Lynn Hartmann griffen diese Fragen zwischenzeitlich auf und diskutierten weitere Verdachtsmomente. Die Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen die Gelegenheit, per Live-Umfrage direkt ihren persönliche Hauptverdächtigen zu benennen. Neben dem Geschehen auf der Bühne trugen auch kleine Videoeinspieler und Rückblenden nach und nach dazu bei, Licht ins Dunkel zu bringen und den Täter (oder die Täterin?) schließlich zu enttarnen.
Bemerkenswert waren nicht nur die überzeugenden schauspielerischen Leistungen, sondern auch das hohes Maß an Selbstständigkeit, das die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses rund um die Aufführung an den Tag legten. So konnten sie das Stück wörtlich in „Eigenregie“ auf die Bühne bringen, wobei Jule Steckert und Luzie Kumfert für reibungslose Abläufe sorgten, unterstützt durch viele andere hilfreiche Geister von der Skripterstellung bis zum Bühnenbau. Einen besonderen Dank richtete der Literaturkurs an das Technik-Team des KANT.
Das Publikum fühlte sich jedenfalls bestens unterhalten und man hörte auf dem Weg zum Ausgang noch häufiger die Frage: „Und, wen hattest du im Verdacht?“

