Philosophie

Philosophie mag manchem auf den ersten Blick elitär, herausgehoben, für Eingeweihte erscheinen. Mit demokratischem Gestaltungswillen im engeren politischen Sinne wird sie eher selten in Verbindung gebracht. Doch bei näherem Zusehen erweist sich, dass Gemeinschafts- und Staatenbildung abhängig ist von Vereinbarungen, Werten und Normen, deren Plausibilität und Gültigkeit ausgewiesen werden müssen. Welche den Menschen eigene Kraft sollte in der Lage sein, gerade dies zu leisten?

In den europäischen Kulturräumen, die von der Philosophie der Aufklärung ihr politisches Gepräge erhalten haben, ist die Auffassung grundlegend, dass nur eine prinzipiell alle Menschen verbindende, ihnen gemeinsame Kraft dazu befähigt ist: die argumentierende Vernunft, die Philosophie.
Es kann daher kein Zweifel bestehen, dass in der demokratischen Schule die Philosophie ihren Platz zu behaupten hat.

Erscheint da die philosophische Lerngruppe in der Schule als kleine ideale Polis so abwegig? In ihr wird ja der Austausch von Meinungen, die Überprüfung von Argumenten und Positionen und die behutsam gewogene Behauptung eingeübt. Dies geschieht in der Perspektive eines jeden Mitglieds der Lerngruppe und in gegenseitigem Respekt voreinander – „ideale“ Voraussetzungen für demokratisches Handeln.

 

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